Wehrpflicht?

Soll es eine allgemeine Wehrpflicht wieder geben?

Am 24.3.2011 zum 1.7.2011 wurde die allgemeine Wehrpflicht ausgesetzt. Damals gab es sicher gute Gründe das zu tun. Aber wie sieht es heute aus?

Immer öfter müssen die Deutschen im Rahmen der NATO ausrücken. Ob es nun eine Übung ist, oder ob es zur Verteidigung ist, oder sogar Angriff ist. Das fragt die Nato nicht. Hier wird über die NATO bestimmt, wer was zu tun hat. Natürlich hat auch Deutschland ein Mitspracherecht. Die NATO-Mitglieder sind aber so vielfältig, wie deren Meinungen und Rechtssysteme vielfältig sind. Also ist auch das Mitspracherecht von Deutschland nur sehr begrenzt.

Grundgesetz und die deutsche Verteidigungspolitik

Die Aufstellung, die Kontrolle und der Einsatz von Streitkräften sind in Deutschland im Grundgesetz verankert. Innerhalb dieser "Wehrverfassung" regeln diverse Gesetze, wer zum Wehrdienst eingezogen werden kann und welche Rechte und Pflichten Soldaten haben.

Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte – so bestimmt es Art. 87a Absatz 2 – nur eingesetzt werden, soweit das Grundgesetz es ausdrücklich zulässt.

Somit ist es eigentlich nur für innere Zwecke zu verwenden. Auf alle Fälle NIE für einen Angriffskrieg. Aber von der Wehrpflicht ist dort die Rede. Komischerweise nur die Männer.

Neue Bedrohung: Russland?

Die Überschrift extra als Frage formuliert. Denn neu ist diese Bedrohung an sich nicht. Der Begriff "Kalter Krieg" ist sicher noch einigen in den Köpfen. Und der beinahe-dritte-Weltkrieg mit der Kubakriese ist unter anderem mit Russland entstanden. Zum Glück hat wohl ein russischer Offizier den Atomkrieg verhindert, indem er nicht den Knopf für die Atomwaffen gedrückt hat. D.h. aber nicht, dass die Russen aus diesem Grunde immer vertrauenswürdig sind.

Vielmehr scheint es mir in Russland zum guten Ton zu gehören, Lügen zu verbreiten. Jeder weiß das in Russland und kann somit meist die Aussagen einigermaßen einschätzen. Andere Länder andere Sitten. An sich würde ich sagen, dass es in Deutschland nicht zum guten Ton gehört. Auch wenn viele Politiker uns eines anderen belehren. Aber das ist eine andere Geschichte. Und Putin ist der Meister der Lügen. Das muss er ja auch. Er hat das im "Kalten Krieg" als Chef des KGB gelernt. Und so etwas vergisst man nicht. Je älter einer wird, desto tiefer sind diese Erinnerungen, Desto sturer wird einer. Das nennt man "Altersstarrsinn".

Auch ich war noch vor ein/zwei Jahren der Meinung, mit den Russen könnte man friedlich zusammenleben. Auch wenn man den Aussagen, insbesondere von Putin, nie trauen darf.

Jetzt zum eigentlichen Thema

Wehrpflicht oder keine Wehrpflicht?

Da habe ich wohl eine ganz eigene Meinung dazu.

Aber vorab:

  • Ich war nie bei der Bundeswehr.
  • Ich habe nie den Zivildienst geleistet

Das hier Klarheit herrscht. Ich habe nie den Wehrdienst geleistet, weil ich damals nachweislich einen Herzfehler hatte. Somit bin ich so schlecht eingestuft worden, so dass ich auch nicht den Zivildienst leisten durfte/konnte.

Jetzt könnte ja die Frage aufkommen: Hättest du den Zivildienst geleistet?

Die eindeutige Antwort: Ja

Aber genauso froh war ich, dass ich den Zivildienst nicht leisten musste. Damals waren es, glaube ich, noch 18 Monate Wehr- oder Zivildienst. Diese Zeit habe ich mir gespart und ins Studium gesteckt.

Und trotzdem dieser Artikel?

Und trotzdem, bin ich der Meinung, auch über den Wehrdienst bzw. Zivildienst eine Meinung haben zu dürfen.

Wehrpflicht

Ich bin absolut dafür, dass es eine allgemeine Wehrpflicht geben sollte. Natürlich nicht in der Art, wie man das in alten Filmen sieht. Respekt und guter Ton sollte immer gelten. Das "brechen" des Willens einer Person ist absolut unangebracht. Das schwirrt ja noch immer bei vielen Leuten im Kopf herum. Und ja, der Wehrdienst ist kein Zuckerschlecken. Und im Zuge der Gleichberechtigung, darf der Wehrdienst nicht nur von Männern geleistet werden. Wenn allgemeine Wehrpflicht, dann für alle. Frauen wie Männer.

Ich glaube auch, dass der Wehrdienst eine gute Schule für das Leben sein kann. Das enge Zusammenleben von vielen unterschiedlichen Charakteren kann beim Militär sicher gut gelernt werden. Gemeinsam zu Lösungen zu kommen. Gemeinsam ein Ziel zu verfolgen.

Natürlich muss es auch dazu gehören, mit den Werkzeugen des Militärs gut umzugehen. Genauso wie es dazu gehören sollte, dass der riesige Wasserkopf abgeschafft gehört. Schlankere Strukturen, effizienteres Beschaffungswesen. Bessere Unterstützungen aller Mitglieder des Militärs. Es darf nicht an Strümpfen mangeln, nur weil irgendwer mal wieder im Beschaffungswesen gepennt hat.

Die Bundeswehr gehört von Grund auf reformiert und verschlankt. Die Ausbildungsmöglichkeiten sollten besser hervorgehoben bzw. besser gelebt werden.

Zivildienst

Damals bei meiner "Musterung", wenn ich den Wehrdienst verweigert hätte, kam die sogenannte Gewissensfrage.

"Wenn der Feind vor deinen Eltern steht und droht sie zu erschießen, greifst du dann zur Waffe?"

Solche und ähnliche manipulative Fragen wurden gestellt. Das halte ich genauso für falsch.

Aber wer aus wirklichen Gewissensgründen nicht zum Militär will, der sollte auch nicht zum Militär gezwungen werden. Die Alternative ist dann der Zivildienst.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie der Zivildienst damals öffentlich diskutiert wurde. Aber egal wie das diskutiert wurde, der Zivildienst hat im sozialen Bereich eine unheimliche Entlastung des Personals geführt. Es gab mehr Personen in der Pflege. Ich weiß, die Zivildienstleistenden wurden auch nicht gut bezahlt. Aber an sich auch nicht so viel schlechter als die Leute im Grundwehrdienst.

Klar ist die Bettpfanne nicht gerade verlockend. Das ist ja nur ein Aspekt des Zivildienstes. Der Zivildienst kann, genauso wie der Wehrdienst, eine starke soziale Veränderung der jungen Leute bringen. Stärke fürs kommende Leben.

Mein Fazit

Ob nun Wehrdienst, oder Zivildienst. Die Erfahrungen die junge Leute in beiden Bereichen machen können, ist absolut nicht zu unterschätzen. Das was ich heute beobachte, ist dass viele junge Leute total verweichlicht sind. Sie stehen größere Belastungen nur schwer oder gar nicht durch. Sind bei der kleinsten Kleinigkeit "traumatisiert". Müssen zu Psychotherapie. Raus kommt bei der Psychotherapie meist gar nichts.

Lebenserfahrung kann man nicht früh genug sammeln. Psychisch stark wird man nur, wenn man gefordert wird.

Und ich meine ganz besonders die heutigen Eltern. Verhätschelt eure Kinder nicht. Fordert eure Kinder. Fehler darf jeder machen. Wenn man denn aus Fehlern lernt. Die verweichlichten Kinder von heute haben das von ihren Eltern. Diese Kinder können gar nichts dafür.

Ich rede hier nicht von jedem Kind oder jungen Erwachsenen. Es gibt auch einige positive Beispiele, die ich kennen lernen durfte. Leider sind das in meinem Umfeld aber die Minderzahl

An die "Kinder" von heute:

Stellt euch dem Leben. Denn etwas schöneres als das Leben gibt es nicht. Rückschläge gehören zum Alltag und machen euch stärker. Aus jedem Fehler kann gelernt werden. Und das ganze Leben lang wird gelernt. Hört nie auf zu lernen.

An die "Eltern" von heute:

Lasst eure Kinder Fehler machen. Lasst sie auch mal hin fliegen und das Knie aufschürfen. Denn nur so lernt das "Kind", was es heißt, hin zu fliegen und wieder aufzustehen. Ihr könnt eure Kinder nicht das ganze Leben lang beschützen. Sie müssen selber laufen lernen. Und das meine ich auch im übertragenen Sinn.

An die "Großeltern" von heute:

Helft euren Kindern deren Kinder großzuziehen. Bevormundet eure Kinder nicht. Hört auf deren Wünsche. Ihr seid das Wissen, dass eure Kinder und Enkel und Urenkel (noch) nicht haben. Aber auch dieses Wissen veraltet. Lernt weiter. und lernt von euren Kindern, Enkeln und Urenkeln. Jedes Alter hat seine Weisheiten. Beharrt nicht darauf die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. "Das haben wir schon immer so gemacht" ist ein Spruch den es an sich nicht geben darf.

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