Sorgerecht für die Kinder

Trennung

Eine Trennung eines Paares, dass über lange Jahre zusammen gelebt hat, ist immer mit Problemen und Vorwürfen konfrontiert. Um eines der Probleme möchte  ich hier mal etwas aus meiner Sicht schreiben.

Trennung

Erst einmal geht es um das gemeinsame oder alleinige Sorgerecht. Diese Grundfrage ist bei jedem Paar zu stellen und vorab zu klären. Ich kann aus meiner Sicht nur empfehlen, ein gemeinsames Sorgerecht auszuüben.  Das, oder die Kinder brauchen immer beide Elternteile.

Es gibt natürlich immer spezielle Fälle, bei dem ein alleiniges Sorgerecht sinnvoll ist. Aber um diese Fälle geht es mir hier nicht.

Mir geht es um die Frage, wer der oder die Hauptverantwortliche sein soll. Bei wem sollen die Kinder hauptsächlich leben. Da geht es natürlich auch um den Unterhalt.

Die Mutter oder der Vater?

In den Köpfen der Menschen in Deutschland ist immer noch so tief verankert, dass die Frau die Hauptverantwortlichkeit übernimmt. Bezeichnet auch als "meist gewinnen die Frauen" den Sorgerechtsstreit. Aber bei dem verlinkten Artikel handelt es sich wohl eher um die alleinige Verantwortlichkeit.

Wenn schon entschieden wird, dass beide das Sorgerecht haben, muss trotzdem noch entschieden werden, bei wem das Kind (die Kinder) hauptsächlich leben werden. Und welcher der beiden (ehemaligen) Partner das 14-tägige Besuchsrecht haben.

Auch hier scheint in den Köpfen stark verankert zu sein, dass hauptsächlich die Frauen diese Verantwortung überschrieben bekommen.

Warum eigentlich?

Gleichberechtigung

Kann der Vater, wenn er denn will, nicht auch die hauptsächliche Verantwortung übernehmen?

Da habe ich ein interessantes Argument von einer (sehr jungen) guten Bekannten gehört.

Ein fünfjähriges Kind kann doch gar nicht entscheiden bei wem es leben soll!

Prinzipiell gebe ich ihr da recht. Aber das hat mit dem eigentlichen Grundproblem nichts zu tun. Wenn die Eltern über das Kind entscheiden, könnten sie auch entscheiden, dass der Vater die Hauptverantwortung hat. Aber hier war das Argument so gemeint, dass damit immer die Frau die Hauptverantwortung bekommen soll. Und dem kann ich überhaupt nicht zustimmen.

Im Zuge der überall her beschworenen Gleichberechtigung, kann und darf dieses Argument nicht dazu führen, dass dem Mann die Hauptverantwortung entzogen wird. Ein Mann kann, wenn er denn will, genauso die Hauptverantwortung übernehmen. Dass der Mann, das häufig nicht will, sei mal dahingestellt. Aber dann tritt die Frage auch gar nicht auf.

Emotionale Bindung

Das zweite Argument, dass häufig fällt:

Ich habe das Kind 9 Monate in mir getragen und unter großen Schmerzen zur Welt gebracht.

Dieses Argument würde für mich, wenn überhaupt, nur dazu führen, die gleiche Zeit der Frau zu gewähren, wie das Kind ausgetragen wurde. Danach hat der Mann das en gleichen Anspruch und das gleiche Recht wie die Frau. Ansonsten ist das purer Egoismus.

Ich formuliere das bewusst so krass. Damit kann man sich vielleicht eher Gedanken darüber machen, warum das so tief in den Köpfen der Menschen verankert ist.

Wie gesagt. Ich rede hier nicht von den Ausnahmefällen, in dem der Mann sicher nicht der richtige ist, die Hauptverantwortung der Erziehung zu übernehmen. Das gleiche könnte ich auch über Frauen sagen. Denn auch hier gibt es Ausnahmefälle, bei der die Frau nicht die richtige ist, die Erziehung zu übernehmen.

Ich rede hier nur von den ganz normalen Fällen, bei denen sich die Partner über das Sorgerecht einigen. Wenn die Hauptverantwortung auch geklärt ist, braucht man sich überhaupt keine Gedanken zu machen. Dann ist das so. Und wenn das Kind (die Kinder) damit so einigermaßen leben können, ist das sicher auch gut.

Wenn aber über die Hauptverantwortung sich Gedanken gemacht werden muss, dann sollte man sich über das Thema "Gleichberechtigung" viel mehr Gedanken machen.

Und die Kinder?

Früher oder später wird es mit den Kinder zu Diskussionen kommen. Auch hier hallt mir ein Argument eines Kindes in den Ohren

Mir passt es nicht, wie du mit mir umgehst, ich möchte zu meinem Vater ziehen. (oder anders herum)

Dass Kinder immer mal wieder zu stark emotionalen Reaktionen neigen, weiß wohl jeder. Und dieses Argument eines Kindes darf nicht zum sofortigen Umzug führen. Sondern muss zu ernsthaften Diskussionen mit dem Kind führen. Die Kinder haben ein Recht ernst genommen zu werden. Ein emotionaler Ausbruch eines Kindes muss gemeinsam analysiert werden. Gemeinsam heißt auch, dass beide Elternteile gemeinsam mit dem Kind darüber reden.

Es darf auch nicht dazu führen, dass der entsprechende Elternteil sich persönlich angegriffen fühlt. Kinder sind stark emotionale Wesen. Wenn Kinder merken, wo die Schwachstelle des jeweiligen Elternteils ist, werden sie diese Schwachstelle ausnutzen. Wenn auch nicht bewusst.

Hier spielt auch das Alter der Kinder eine sehr große Rolle. Fünfjährige sind sicher ganz anders in dieser Situation zu behandeln als 13 Jährige Kinder. Da spielt sicher auch die Pubertät eine ganz große Rolle.

Ich sehe es als wichtig an, hier immer mit allen Beteiligten altersgerecht zu reden. Immer gemeinsam. Nie alleine.

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